Bedingt durch Digitalisierung, Technik und neue Medien haben sich heutige Berufsbilder stark verändert. Die richtige Jobsuche wird längst nicht mehr mit dem starren Blick in Zeitungsinserate assoziiert, sondern bietet ein Meer an Möglichkeiten unterschiedlichster Positionen an. Das Gute daran: Die Generation Y verfügt über eine große Auswahl an der Beschreitung diverser Laufbahnen. Ob IT-technisch, unterwegs im Labor, handwerkliches Geschick, präzise im OP-Saal oder als Profi im kaufmännischen Bereich – Die Karrieretüren stehen weit offen. Angesichts der vielen Optionen fällt die richtige Berufsentscheidung und damit auch die Gestaltung des eigenen Lebens jedoch alles andere als leicht. Was können Jugendliche also tun, um ihr berufliches Potenzial entfalten? 

Was bewegt und interessiert dich? Kenne dich selbst!

Fang mit dem Schwierigsten zuerst an und lerne dich selbst am besten kennen. Welche Fächer machen dir beispielsweise in der Schule Spaß? Liegt dir ein ausgeprägtes Zahlenverständnis oder sind dir Fremdsprachen ein Leichtes?  Bist du gerne im Freien unterwegs und fühlst dich am Schreibtisch schnell eingesperrt oder hast du ein Talent für handwerkliche Aufgaben? Sind Computer, Tablet und Smartphone deine täglichen Begleiter?

Die Eingrenzung deiner Interessen muss natürlich nicht nur auf die Schule bezogen sein. Viele Jugendliche verfügen über Hobbies abseits des Klassenzimmers, sind sich aber der Berufsrelevanz ihrer Freizeitinteressen nicht bewusst. Zwischenmenschliche Soft Skills wie zum Beispiel Empathie, Teamfähigkeit oder ein extrovertierter Charakter sind für die Entscheidung des richtigen Jobs ebenso wichtig wie das richtige Berufssetting. Wenn du konzentriert lieber alleine Aufgaben erledigst, ist vielleicht der lautstarke Trubel in einem Großraumbüro nicht das richtige Umfeld für dich. Wenn du gerne mit Menschen agierst, immer ein offenes Ohr für deine FreundInnen hast und über ein hohes Einfühlungsvermögen verfügst, könnte für dich der Sozialbereich spannend sein.

Bewältigst du Herausforderungen in deinem Privatleben spontan und praktisch oder gelangst du durch Analyse und Denken zur Lösung? Bist du eher detailverliebt oder bevorzugst du grobe Umrisse von Informationen? Je konkreter du deine persönlichen Herangehensweisen bei Problemstellungen analysierst, desto  rascher stellst du die Weichen zum richtigen Beruf. Befrage bei Unsicherheit auch deine Familie und deinen Freundeskreis zur Einschätzung deiner Fähigkeiten und Talente.

Im Internet findest du ebenfalls kostenlose online Tests, um mehr über deine beruflichen Interessen herauszufinden. Zum Beispiel über die AK Österreich: http://www.berufsinteressentest.at/

Sammle Berufserfahrung!

Bring deinen Lebenslauf auf Vordermann und bewirb dich um einen Samstagsjob oder ein Sommerpraktikum in den Ferien. Für zukünftige Arbeitgeber ist es relevant, dass du erste Berufserfahrung sammelst. So pushst du deinen Lebenslauf und besserst nebenbei auch dein Taschengeld auf. Das hilft dir vorab herauszufinden, ob später ähnliche Berufsfelder für dich in Frage kommen. Ein Samstags- bzw. Ferialjob kann dir aber auch aufzeigen, wo du künftig lieber nicht arbeiten möchtest – auch diese Erkenntnis ist für die weitere Karrierefindung wertvoll.

Recherchiere zudem selbstständig über Berufsanforderungen auf Jobportalen (z. B.: https://at.trenkwalder.com/fuer-bewerber/jobsuche) oder erkundige dich bei den LehrerInnen/ BildungsberaterInnen deiner Schule, ob sie dir Unternehmen empfehlen können, bei denen du Schnuppertage absolvieren kannst. Bei vielen Bildungszentren besteht auch die Möglichkeit, individuell mit den BeraterInnen vor Ort deine Interessen festzulegen. Viele Firmen sind außerdem bei Bildungsmessen wie zum Beispiel auf der BeSt (https://bestinfo.at/de/) vertreten, wo du Input und Ratschläge zu Berufsbildern erhälst. Ein positiver Nebeneffekt davon ist das Knüpfen von ersten Kontakten in die Arbeitswelt.

Bleib optimistisch!

Die Ergründung deiner Interessen sowie die Recherche nach Jobpositionen und Beratungsangeboten, die deinen Talenten entsprechen, ist oft komplexer als gedacht und ergibt sich für gewöhnlich nicht an einem Tag. Auch der Zeitfaktor spielt eine nicht unerhebliche Rolle: Viele Jugendliche haben Angst, die falsche Entscheidung am Weg in die Arbeitswelt zu treffen und so unnötig Zeit zu verlieren, daher bedarf die Berufsorientierung einer guten Vorbereitung. Vor allem aber solltest du positiv reflektieren, dich selbst kennen und dir vertrauen, damit du selbstbewusst eine berufliche Entscheidung fällen kannst – Dann gelingt auch der Sprung ins Arbeitsleben!

Autorin: Helen Trivick-Randall, Recruiting-Expertin bei Trenkwalder

 

Quellen:
https://www.oesterreich.gv.at/themen/jugendliche/berufswahl/Seite.1080002.html
https://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-09/berufswahl-schueler-eltern
https://www.jugendportal.at/themen/arbeit-beruf/berufsorientierung
https://blog.whatchado.com/berufwahl-herausforderungen-jugendliche/