Endlich ist es soweit – die Einladung für das langersehnte Bewerbungsgespräch ist da. Jetzt heißt es persönlich überzeugen und sich von seiner besten Seite zeigen. Doch nehmen Sie genügend Erfahrung mit? Passen Sie mit Ihrem Profil zu den Anforderungen? Was erwarten die GesprächspartnerInnen von Ihnen? Und die wohl allentscheidende Frage: Wie überzeugen Sie am besten, um die Stelle zu ergattern?

Oft sind diese Fragen auch der Startschuss für ein Gedankenkarussell, wie man in einem persönlichen Vorstellungstermin auftreten und sich präsentieren soll, was von einem erwartet und wie sich das Gespräch generell gestalten wird.

Vorbereitung als Basis

Im ersten Schritt kommt es auf die Vorbereitung an. Setzen Sie sich mit der Firma auseinander. Wie präsentiert sich das Unternehmen auf ihrer Homepage? Recherchieren Sie, welche Informationen preisgegeben werden und welche Werte der Wunsch-Arbeitgeber vermittelt. Überlegen Sie sich, wie Sie sich mit den Werten identifizieren. Vielleicht gibt es Freunde oder Bekannte, die dort bereits tätig sind und Ihnen zusätzlich hilfreiche Tipps oder Informationen geben können. Zudem macht es Sinn für sich zu formulieren, was Ihre Motivation für die besagte Stelle ist und was Sie bewogen hat sich zu bewerben.

Klären Sie für sich, wo Ihre Kompetenzen und Interessen liegen und mit welchen Pluspunkten Sie das Unternehmen mit Ihrer Mitarbeit bereichern. Formulieren Sie jedoch auch Fähigkeiten, wo Potential zur Weiterentwicklung vorliegt. Auch die konkrete Auseinandersetzung mit der jeweiligen Stelle ist ein Muss – denn Nichts vermittelt mehr Desinteresse als bei einem Vorstellungsgespräch über die Position befragt zu werden und kein Feedback geben zu können. Hier findet der Termin wohl bald sein Ende.

Der gute alte „Erste Eindruck“…

…zählt nach wie vor und kann bei der Entscheidungsfindung schwer wiegen. Kommen Sie auf alle Fälle pünktlich und begegnen Sie Ihren GesprächspartnerInnen aufgeschlossen, offen und freundlich. Die Begrüßung darf ruhig gehört werden und versuchen Sie Augenkontakt zu halten – auch während des Vorstellungsgesprächs, um als selbstbewusst empfunden zu werden – doch vermeiden Sie Ihr Gegenüber anzustarren – dies erzeugt nicht die gewünschte Wirkung.

Körperhaltung und Auftreten

Neben der fachlichen Komponente, die im ersten Augenblick nicht beurteilt werden kann, ist dies beim Zusammentreffen als Person natürlich schon der Fall. Hier entscheiden viele Kriterien, wie ein potentieller Kandidat wahrgenommen wird – sei es in Bezug auf Kleidungsstil, Körperhaltung, Intonation und Ausdruck, Gestik und Mimik. Bei einstudierten Verhaltensweisen kann es in einer Stresssituation nach hinten losgehen, sollte man sich gekünstelt verhalten. Spricht man nicht in „der eigenen Sprache“, passiert es schon mal leicht, dass man bei überraschenden Fragen in seine ursprüngliche Art zu Sprechen zurückfällt und „aufgedeckt“ wird. Auch die Auswahl des Outfits kann Kopfzerbrechen mit sich bringen, jedoch gilt die Faustregel sich entsprechend der Position anzuziehen und sich trotzdem nicht zu verkleiden. Mit einer legere-schicken Garderobe, in der man sich gleichzeitig wohlfühlt, sind Sie auf der sicheren Seite.

Aber was beinhaltet nun ein Vorstellungsgespräch?

Natürlich gestalten sich persönliche Vorstellungsgespräche von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Worin sie sich jedoch nicht unterscheiden, ist, dass man versucht Ihre Persönlichkeit kennenzulernen und Ihre Qualifikationen auszukundschaften. Und ob Sie für die entsprechende vakante Position geeignet sind oder wie Sie eingesetzt werden können. Gleich im Anschluss der Begrüßung werden Sie sich selbst sowohl persönlich als auch Ihren Werdegang aufzeigen. Unterstreichen Sie div. Charaktermerkmale mit Beispielen aus Ihrer Arbeitspraxis. Greifen Sie selbst das Motiv der Bewerbung auf und beschreiben Sie, weshalb diese Stelle Ihrem Profil entspricht und wieso Sie diese Position optimal besetzen. Reagieren Sie neutral auf Fragen, die provozierend wirken und lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Fragen Sie gerne nach, insofern etwas unklar ist oder Fragen nicht konkret genug gestellt wurden. Das zeigt, dass Sie aktiv am Gespräch teilnehmen und interessiert sind.

Neigt sich das Gespräch dem Ende zu, sollte die weitere Vorgehensweise abgeklärt werden, sollte dies noch nicht der Fall gewesen sein.

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Zeigen Sie Interesse

Interesse Ihrerseits zeigen Sie, indem Sie bestimmte Sachverhalte hinterfragen. Damit ist nicht gemeint, wie oft in der Kantine Spaghetti Bolognese angeboten werden. Sondern setzen Sie sich mit Ihren GesprächspartnerInnen mit speziellen Themen auseinander. Holen Sie sich Informationen über unterschiedliche Rahmenbedingungen und betriebsinterne Gepflogenheiten ein. Themen können unter anderem den detaillierten Tätigkeitsbereich, Teamzusammensetzungen, Arbeitszeitgestaltung, gelebte Firmenkultur, usw. betreffen. Ihr potentieller Arbeitgeber wird Ihre Begeisterung bzw. Ihr Interesse für die Firma schnell spüren. Zudem möchten Sie sich vermutlich auch in einer Position finden, die Ihren Vorstellungen entspricht.

Kommunizieren Sie Ihre Kompetenzen

Machen Sie sich Ihre (sowohl positiven als auch verbesserungswürdigen) Charakterzüge und Vorteile fürs Unternehmen bewusst und kommunizieren Sie diese auch klar. Seien Sie stolz auf Ihren bisherigen Werdegang und Ihre bereits erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten und präsentieren Sie Ihre Kompetenz selbstsicher. Doch Achtung: auch hier kommt es ein bisschen auf’s Feingefühl an – schwappt die Selbstpräsentation über in eine selbstverherrlichende Lobeshymne über die eigene Person, bewirkt man das Gegenteil als die Sympathie zu steigern.

Gehen Sie entspannt zum Termin

Im Grunde nimmt man sich vorweg viel Druck und Stress, wenn man sich klar macht, dass es sich um ein Gespräch handelt, in dem sich die Beteiligten in erster Linie kennenlernen möchten. Sicherlich ist die Qualifikation eine entscheidende Komponente – doch kann man sich persönlich schon einmal nicht riechen, wird’s vermutlich etwas schwer, die Sympathie fachlich auszugleichen.

Summa Summarum kommt es natürlich immer auf die jeweilige Position an, wie intensiv die Vorbereitung sein soll, wie die Selbstpräsentation ausfällt und wie Sie sich darstellen. Jedoch ist die Basis ein authentisches und aufgeschlossenes Auftreten. Gehen Sie mit einer positiven Grundhaltung ins Gespräch, um eine angenehme Atmosphäre mitzugestalten. Tragen Sie nicht zu dick auf und seien Sie zuversichtlich in Bezug auf sich selbst und Ihre Kompetenzen. Sollte nicht alles perfekt klappen – stehen Sie dazu – das macht Sie bloß menschlich.

Beiderseitiges Ziel des Vorstellungstermins ist den ersten Baustein für eine zukünftig erfolgreiche Zusammenarbeit zu schaffen – der Grundpfeiler wird in einem positiven ersten Gespräch gelegt.

 

Autorin: Katharina Holzleitner, Recruiting-Expertin bei Trenkwalder