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Team Trenkwalder
vor etwa 17 Stunden
•5 min lesen
Personalentscheidungen unter neuen Rahmenbedingungen:
Wie Unternehmen heute fundiert und handlungsfähig entscheiden
Warum „mehr Recruiting“ kein Lösungsansatz mehr ist
Viele Unternehmen reagieren auf Personalengpässe reflexartig mit intensiverem Recruiting: mehr Ausschreibungen, mehr Kanäle, mehr Aufwand. In der Praxis führt das jedoch häufig zu Frustration, längeren Vakanzzeiten und steigenden Kosten – ohne nachhaltigen Erfolg.
Der Grund dafür liegt selten im Recruiting selbst, sondern in den Entscheidungsannahmen davor. Personalentscheidungen werden heute unter Bedingungen getroffen, die sich grundlegend verändert haben: begrenzte Verfügbarkeit, schnell wandelnde Qualifikationen und hoher Zeitdruck.
Dieser Artikel zeigt, wie Unternehmen ihre Entscheidungslogik anpassen müssen, um unter diesen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.
Schritt 1: Personalbedarf realistisch definieren – nicht idealtypisch
Der erste Fehler in vielen Personalentscheidungen entsteht bereits bei der Bedarfsdefinition. Häufig wird beschrieben, wie die Rolle idealerweise aussehen sollte – nicht, was tatsächlich zwingend benötigt wird.
Eine realistische Bedarfsdefinition beginnt mit drei Fragen:
Welche Aufgaben müssen kurzfristig zuverlässig erledigt werden?
Welche Tätigkeiten sind erfolgskritisch, welche entwickelbar?
Welche Kompetenzen sind „Nice-to-have“, welche unverzichtbar?
Unternehmen, die diesen Schritt sauber durchführen, erweitern ihren Handlungsspielraum erheblich. Sie reduzieren unnötige Suchkriterien und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, geeignete Kandidaten tatsächlich zu finden.
2. Schritt 2: Qualifikation als Entwicklungspfad denken
In vielen Entscheidungsprozessen wird Qualifikation statisch betrachtet: entweder vorhanden oder nicht. In der Realität sind jedoch nur wenige Profile vollständig deckungsgleich mit den Anforderungen.
Eine zukunftsfähige Herangehensweise lautet daher:
Welche Kompetenzen müssen beim Einstieg vorhanden sein?
Welche lassen sich innerhalb von sechs bis zwölf Monaten entwickeln?
Welche Lernfähigkeit erfordert die Rolle grundsätzlich?
Unternehmen, die Qualifikation als Entwicklungspfad verstehen, treffen robustere Entscheidungen. Sie reduzieren Abhängigkeiten vom externen Arbeitsmarkt und erhöhen die interne Stabilität.
3. Schritt 3: Zeit systematisch in die Entscheidung einbeziehen
Zeit wird in Personalentscheidungen häufig unterschätzt. Dabei ist sie einer der entscheidenden Kostenfaktoren. Jede unbesetzte Stelle erzeugt operative Reibung – sei es durch Verzögerungen, Überlastung oder entgangene Chancen.
Eine fundierte Entscheidungsfindung berücksichtigt daher:
Wie lange kann die Position realistisch unbesetzt bleiben?
Welche Auswirkungen hat Verzögerung auf Umsatz, Qualität oder Kunden?
Ab welchem Punkt sind alternative Lösungen wirtschaftlich sinnvoller?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich beurteilen, welche Personallösung angemessen ist – nicht nur welche wünschenswert wäre.
4. Schritt 4: Flexibilität bewusst in die Personalstrategie integrieren
Flexibilität wird häufig erst dann diskutiert, wenn es bereits brennt. Erfolgreiche Unternehmen betrachten sie jedoch als strategisches Instrument, nicht als Notlösung.
Das bedeutet:
Flexibilität dort einsetzen, wo Unsicherheit hoch ist
Stabilität dort sichern, wo Kontinuität entscheidend ist
beide Elemente bewusst kombinieren
So entsteht eine Personalstruktur, die nicht auf perfekte Planbarkeit angewiesen ist, sondern mit Unsicherheit umgehen kann.
5. Schritt 5: Personalrisiken explizit bewerten – nicht implizit akzeptieren
Personalengpässe wirken sich direkt auf das Kerngeschäft aus. Dennoch werden sie selten als explizite Geschäftsrisiken behandelt. Stattdessen werden sie „mitgemanagt“.
Eine professionelle Herangehensweise fragt:
Welche Personalengpässe gefährden unmittelbar die Wertschöpfung?
Wo bestehen Abhängigkeiten von einzelnen Schlüsselpersonen?
Welche Szenarien sind realistisch – nicht wünschenswert?
Unternehmen, die Personalrisiken systematisch bewerten, treffen ruhigere, fundiertere Entscheidungen – auch unter Druck.
6. Wie Personaldienstleister Entscheidungsqualität verbessern können
Der Mehrwert professioneller Personaldienstleister liegt nicht ausschließlich in der Bereitstellung von Personal, sondern in der Erhöhung der Entscheidungsqualität.
Sie unterstützen Unternehmen dabei:
Arbeitsmarktverfügbarkeit realistisch einzuschätzen
Anforderungen zu schärfen und zu priorisieren
Zeit-, Kosten- und Risikofaktoren einzuordnen
passende Lösungen statt theoretisch optimaler Modelle zu wählen
Damit werden Personalentscheidungen belastbarer – unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße.
Fazit: Gute Personalentscheidungen folgen einer klaren Logik
Unternehmen können die Rahmenbedingungen des Arbeitsmarkts nicht verändern. Sie können jedoch entscheiden, wie professionell sie mit diesen Bedingungen umgehen.
Wer Personalbedarf realistisch definiert, Qualifikation als Entwicklung versteht, Zeit bewusst berücksichtigt und Flexibilität strategisch einsetzt, erhöht nicht nur die Besetzungswahrscheinlichkeit – sondern die Qualität unternehmerischer Entscheidungen insgesamt.
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Team Trenkwalder
vor 3 Tagen
•5 min lesen
Der algorithmische Bewerbungsprozess:
Wie Bewerbende heute von KI bewertet werden – und wie man sich gezielt vorbereiten kann
Digitale Bewerbungsprozesse sind heute fester Bestandteil des Arbeitsmarktes. In vielen Unternehmen werden Bewerbungen bereits in einer frühen Phase durch algorithmische Systeme und KI-gestützte Bewerbermanagementsysteme vorstrukturiert.
Für Bewerbende ist dabei aber oft unklar, nach welchen Kriterien diese Systeme arbeiten und wie sich Bewerbungsunterlagen optimal darauf ausrichten lassen.
1. Was ist ein algorithmischer Bewerbungsprozess?
Ein algorithmischer Bewerbungsprozess bezeichnet den Einsatz softwarebasierter Systeme zur automatisierten Analyse und Vorauswahl von Bewerbungen. Ziel dieser Systeme ist es, große Bewerbermengen effizient zu strukturieren und eine objektive Vergleichbarkeit herzustellen.
Typische Einsatzbereiche sind:
automatische Erfassung und Sortierung von Lebensläufen
Abgleich von Qualifikationen mit Stellenanforderungen
Priorisierung von Kandidatenprofilen
Unterstützung bei der Vorauswahl für Interviews
Die finale Einstellungsentscheidung liegt weiterhin bei Personalverantwortlichen. Algorithmen dienen ausschließlich der Unterstützung.
2. Nach welchen Kriterien werden Bewerbungen analysiert?
Moderne Bewerbermanagementsysteme berücksichtigen eine Kombination aus formalen, inhaltlichen und strukturellen Faktoren.
Formale Qualifikationen
Schulische, akademische und berufliche Abschlüsse
Zusatzqualifikationen und Zertifikate
Berufserfahrung nach Dauer, Funktion und Branche
Inhaltliche Übereinstimmung
Abgleich zwischen Stellenprofil und Lebenslauf
Verwendung fachlich relevanter Begriffe aus der Stellenanzeige
Klar formulierte Tätigkeits- und Verantwortungsbereiche
Strukturelle Merkmale
Logischer Aufbau und klare Gliederung
Chronologisch nachvollziehbare Stationen
Maschinell lesbare Dateiformate, vorzugsweise textbasierte PDFs
Kreative Layouts oder grafisch stark gestaltete Lebensläufe können die automatische Auswertung erschweren.
3. Typische Fehler im digitalen Bewerbungsprozess
In der Praxis scheitern Bewerbungen häufig nicht an fehlender Qualifikation, sondern an formalen Aspekten.
Zu den häufigsten Fehlern zählen:
unstrukturierte oder überladene Lebensläufe
fehlende Schlüsselbegriffe aus der Stellenanzeige
sehr allgemein gehaltene Tätigkeitsbeschreibungen
gescannte Dokumente statt editierbarer Textdateien
Für algorithmische Systeme ist eine klare und präzise Darstellung entscheidend.
4. Wie Bewerbende ihre Unterlagen gezielt optimieren können
Aus Sicht der Personaldienstleistung haben sich folgende Maßnahmen bewährt:
Analyse der Stellenanzeige
Zentrale Anforderungen, Fachbegriffe und Kompetenzen sollten gezielt im Lebenslauf aufgegriffen werden.
Leistungsorientierte Darstellung
Neben Aufgaben sollten auch Verantwortungsbereiche, Projekterfolge oder besondere Schwerpunkte genannt werden.
Klare Struktur
Empfohlen wird eine klassische Gliederung in:
Berufserfahrung
Ausbildung
Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen
IT- und Sprachkenntnisse
Individualisierung statt Standardisierung
Generische Textbausteine mindern die Aussagekraft des Profils und werden von modernen Systemen zunehmend erkannt.
5. Die Rolle von Personaldienstleistern im digitalen Recruiting
Personaldienstleister übernehmen im algorithmisch geprägten Bewerbungsprozess eine wichtige Vermittlungsfunktion. Sie verbinden technologische Vorauswahl mit menschlicher Einschätzung und fachlicher Beratung.
Für Bewerbende bedeutet das:
Unterstützung bei der Optimierung der Bewerbungsunterlagen
realistische Einschätzung der Marktchancen
gezielte Vermittlung in passende Positionen
persönliche Betreuung trotz digitaler Prozesse
Gerade in automatisierten Verfahren kann diese fachliche Begleitung einen entscheidenden Mehrwert bieten.
6. Ausblick: Entwicklung algorithmischer Bewerbungsprozesse
Der Einsatz datenbasierter Recruiting-Systeme wird weiter zunehmen. Erwartet werden:
stärkere Standardisierung von Bewerbungsunterlagen
schnellere Rückmeldungen im Bewerbungsprozess
zunehmende Bedeutung klar definierter Kompetenzprofile
Für Bewerbende gewinnt damit die professionelle Aufbereitung der eigenen Qualifikation weiter an Bedeutung.
Fazit
Algorithmische Bewerbungsprozesse sind ein fester Bestandteil des modernen Arbeitsmarktes. Wer versteht, wie Bewerbermanagementsysteme Bewerbungen analysieren, kann seine Unterlagen gezielt darauf ausrichten und die eigenen Chancen deutlich verbessern.
Struktur, fachliche Klarheit und professionelle Unterstützung sind dabei zentrale Erfolgsfaktoren.
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Team Trenkwalder
vor 8 Tagen
•4 min lesen
HR-Technologie richtig einführen:
Warum viele Digitalisierungsprojekte scheitern – und wie es besser geht
Digitale HR-Lösungen gelten längst als Schlüssel für effizientere Prozesse, bessere Datenbasis und eine moderne Employee Experience. Dennoch zeigt die Praxis: Viele HR-Digitalisierungsprojekte bleiben hinter den Erwartungen zurück. Systeme werden eingeführt, aber nicht genutzt. Prozesse werden digitalisiert, aber nicht verbessert.
Woran liegt das – und wie können Unternehmen HR-Technologie so einsetzen, dass sie tatsächlich Mehrwert schafft?
Warum HR-Digitalisierung oft scheitert
Die Ursachen liegen selten in der Technologie selbst. Viel häufiger scheitern Projekte an strukturellen und strategischen Faktoren.
1. Technologie vor Strategie
Ein häufiger Fehler ist, Tools einzuführen, bevor klar ist, welche Prozesse verbessert werden sollen. HR-Technologie wird dann zum Selbstzweck – statt gezielt dort anzusetzen, wo sie entlastet, beschleunigt oder Qualität erhöht.
2. Unklare Prozesse werden digitalisiert
Digitalisierung verstärkt bestehende Strukturen. Sind Prozesse ineffizient, uneinheitlich oder nicht sauber definiert, werden sie durch Software nicht besser – sondern lediglich schneller problematisch.
3. Fehlende Einbindung der HR-Teams
Wenn Systeme „von oben“ eingeführt werden, fehlt oft die Akzeptanz im Alltag. HR-Teams müssen verstehen, warum sich Prozesse ändern, welchen Nutzen die Technologie bringt und wie sie konkret unterstützt.
4. Zu wenig Blick auf Skalierbarkeit
Viele Lösungen funktionieren im Kleinen, stoßen aber bei Wachstum, Internationalisierung oder schwankendem Personalbedarf schnell an Grenzen. Gerade hier zeigt sich, ob HR-Technologie strategisch gedacht wurde.
Was erfolgreiche HR-Technologie-Projekte auszeichnet
Unternehmen, bei denen Digitalisierung im HR messbar wirkt, gehen anders vor. Sie starten nicht mit Tools, sondern mit Fragen.
1. Prozesse zuerst verstehen – dann optimieren
Der erste Schritt ist immer eine saubere Analyse: Wo entstehen manuelle Aufwände? Wo bremsen Medienbrüche? Wo fehlt Transparenz?
Erst wenn diese Fragen geklärt sind, macht es Sinn, technologische Lösungen gezielt einzusetzen – etwa zur Automatisierung von Recruiting-Workflows, Dokumentenprozessen oder interner Kommunikation.
2. Technologie als Enabler, nicht als Ersatz
HR-Technologie soll entlasten, nicht ersetzen. Erfolgreiche Projekte nutzen Automatisierung dort, wo sie Zeit freisetzt – und stärken gleichzeitig die Rolle von HR als strategischen Partner im Unternehmen.
Gerade im Recruiting zeigt sich dieser Effekt deutlich: Technologie unterstützt beim Matching, bei administrativen Abläufen oder bei der Kommunikation – die finale Entscheidung und Beurteilung bleibt beim Menschen.
Erfahren Sie mehr zu modernen, integrierten HR-Technologielösungen.
Von Tool-Auswahl zu Gesamtlösung: So entsteht echter Nutzen
In der Praxis entscheidet selten das „beste“ Tool über den Erfolg, sondern die Frage, wie gut eine Lösung zur eigenen Organisation passt. Viele Unternehmen vergleichen Funktionen, Preise und Anbieter – und merken erst nach der Einführung, dass Prozesse, Verantwortlichkeiten oder Schnittstellen nicht mitgedacht wurden.
Wirkung entsteht dort, wo HR-Technologie als Teil eines Gesamtsystems geplant wird:
Welche Prozesse sollen wirklich schlanker werden?
Wo braucht es Standardisierung – und wo bewusst Spielraum?
Wie lassen sich Technologie, Recruiting-Modelle und HR-Services sinnvoll verzahnen, damit der Alltag leichter wird statt komplexer?
Gerade bei Wachstum, Internationalisierung oder schwankendem Personalbedarf zahlt sich ein strukturierter Blick auf die gesamte HR-Landschaft aus – inklusive der Frage, welche technologischen Bausteine sinnvoll sind und wie sie sich sauber in bestehende Abläufe integrieren lassen. Ein erfahrener Partner kann dabei unterstützen, Anforderungen zu klären und die Einführung praxistauglich aufzusetzen.
Wie Unternehmen HR-Technologie nachhaltig einführen können
Ein bewährtes Vorgehen besteht aus vier Schritten:
Ziele definieren: Was soll besser, schneller oder transparenter werden?
Prozesse strukturieren: Erst klare Abläufe, dann digitale Unterstützung.
Technologie gezielt integrieren: Passend zur Organisation, nicht umgekehrt.
Begleitung sicherstellen: Schulung, Feedback und laufende Optimierung einplanen.
So wird Digitalisierung kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess.
Fazit: HR-Technologie entfaltet ihren Wert nur mit der richtigen Strategie
HR-Digitalisierung scheitert selten an Software – sondern an fehlender Klarheit, fehlender Einbindung und fehlender strategischer Perspektive. Unternehmen, die HR-Technologie als Werkzeug verstehen und sie konsequent an ihren Prozessen und Zielen ausrichten, schaffen echten Mehrwert: effizientere Abläufe, bessere Entscheidungen und entlastete HR-Teams.
Sie möchten erfahren, wie HR-Technologie in Ihrem Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden kann – ohne Tool-Aktionismus, sondern mit klarer Strategie? Dann lassen Sie sich unverbindlich beraten und entdecken Sie, wie technologische Lösungen, Recruiting-Services und HR-Expertise optimal zusammenspielen.
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Team Trenkwalder
vor 10 Tagen
•4 min lesen
Bewerbungsgespräch 2026:
Techniken und Aktualitäten für Ihren überzeugenden Auftritt
Wer 2026 ins Bewerbungsgespräch geht, trifft häufig auf neue Formate und veränderte Erwartungen. Neben dem klassischen Gespräch werden strukturierte Interviews, kurze Skill-Checks, (asynchrone) Video-Interviews und KI-gestützte Schritte im Bewerbungsprozess immer relevanter.
In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf es 2026 besonders ankommt – und mit welchen Techniken Sie klar, souverän und professionell überzeugen.
Warum sich Bewerbungsgespräche 2026 verändert haben
Viele Unternehmen richten ihren Blick heute stärker auf praktische Fähigkeiten und nachweisbare Kompetenzen – und weniger ausschließlich auf Abschlüsse oder lückenlose Stationen im Lebenslauf. Im Bewerbungsprozess zählt dadurch häufiger, wie Sie Aufgaben lösen, wie Sie arbeiten und welche Ergebnisse Sie bereits erzielt haben.
Gleichzeitig wird Recruiting zunehmend digitaler und technischer: KI-gestützte Tools unterstützen an vielen Stellen – etwa bei der Vorauswahl, bei Video-Interviews oder bei der Auswertung von Tests. Für Kandidaten bedeutet das, dass Bewerbungsgespräche 2026 oft strukturierter ablaufen und stärker auf Praxisnähe, klares Denken und einen authentischen Auftritt ausgerichtet sind.
Die drei Erfolgsfaktoren im Bewerbungsgespräch 2026
Klarheit: Sie punkten, wenn Sie Ihre Erfahrungen in wenigen Sätzen strukturiert erklären können – ohne Umwege. Das gilt besonders in digitalen Formaten, in denen Aufmerksamkeit schneller abnimmt.
Substanz: 2026 zählt der Nachweis: Was können Sie wirklich – und wie wenden Sie es an? Skill-Fragen, Mini-Cases oder Arbeitsproben sind deshalb häufiger Teil des Interviews.
Glaubwürdigkeit: KI kann bei der Vorbereitung helfen – aber Unternehmen achten stärker darauf, dass Antworten zu Ihnen passen und nicht „zu glatt“ wirken. Genau hier trennt sich Vorbereitung von „vorgefertigten Texten“.
Technik 1: Der 90-Sekunden-Einstieg, der sofort überzeugt
Der erste Eindruck entsteht oft in den ersten Minuten. Bereiten Sie daher eine kurze Selbstvorstellung vor, die nicht „auswendig gelernt“ wirkt, aber klar strukturiert ist. Bewährt hat sich:
Rolle/Profil (wer sind Sie beruflich?)
2–3 Kernstärken (was bringen Sie mit?)
Beleg (ein kurzes Beispiel)
Ziel (warum diese Position?)
Damit Ihre Stärken nicht nur im Gespräch, sondern auch in Ihren Unterlagen klar sichtbar sind, lohnt sich ein professionell strukturierter Lebenslauf. Mit dem Lebenslauf-Designer können Sie Ihren Lebenslauf schnell und übersichtlich aufbereiten – besonders hilfreich, wenn Sie Ihre Skills klar herausstellen möchten.
Technik 2: STAR-Methode – Antworten, die Substanz haben
Viele Fragen im Bewerbungsgespräch zielen darauf ab, wie Sie in der Praxis handeln. Hier hilft die STAR-Methode, damit Ihre Antworten nicht vage bleiben:
Situation: kurzer Kontext
Task: Ihre Aufgabe oder Verantwortung
Action: Ihr Vorgehen (konkret)
Result: Ergebnis und Lerneffekt
Wichtig ist, dass Sie beim „Action“-Teil wirklich erklären, was Sie getan haben – und nicht nur, was „das Team“ gemacht hat. So wird Ihre Leistung greifbar.
Technik 3: Praktische Checks und Aufgaben souverän meistern
2026 setzen viele Unternehmen stärker auf Praxisnähe: kurze Aufgaben, kleine Cases oder Fragen, bei denen Sie Ihr Vorgehen erklären sollen. Dabei geht es selten um die „eine perfekte Lösung“, sondern um Struktur, Priorisierung und klares Denken.
So bereiten Sie sich praktisch vor:
Üben Sie mit realistischen Mini-Aufgaben (z. B. kurze Priorisierung, E-Mail-Entwurf, Excel-Logik, Kundenfall).
Trainieren Sie laut zu denken („So gehe ich vor…“). Das zeigt Struktur und Entscheidungsfähigkeit.
Planen Sie am Ende eine kurze Zusammenfassung: „Das ist meine Lösung – und das wären die nächsten Schritte.“
Technik 4: Video-Interview und digitale Gespräche – sicher auftreten
Digitale Interviews sind längst Standard. Der Unterschied entsteht oft bei den Basics. Drei Punkte machen sofort einen professionellen Eindruck:
Technik-Check (Ton schlägt Bild – Headset lohnt sich)
Kamera auf Augenhöhe + ruhiger Hintergrund
Blick zur Kamera bei Kernaussagen (wirkt wie echter Blickkontakt)
Wenn Fragen asynchron beantwortet werden (Videoaufnahme statt Live-Gespräch), hilft eine kurze Denkpause. Ein klarer Einstiegssatz („Ich gehe das in drei Schritten an…“) sorgt dafür, dass Ihre Antwort strukturiert und ruhig wirkt.
Technik 5: Die Gehaltsfrage 2026 – realistisch, vorbereitet, souverän
Spätestens im späteren Gespräch kommt häufig die Frage nach Ihrer Gehaltsvorstellung. Gute Vorbereitung bedeutet hier nicht, eine starre Zahl auswendig zu lernen, sondern eine realistische Einordnung zu haben: Welche Verantwortung bringt die Rolle mit? Welche Qualifikation bringen Sie mit? Welche Bandbreite ist für Sie sinnvoll?
Gerade hilfreich ist es, Ihr Netto grob einschätzen zu können – denn am Ende zählt, was tatsächlich am Monatsende ankommt. Dafür können Sie unseren Gehaltsrechner nutzen. Er hilft Ihnen, Unterschiede zwischen Lohn und Gehalt sowie zwischen Brutto und Netto besser einzuordnen – und Ihre Argumentation im Gespräch fundierter aufzubauen.
Technik 6: KI clever nutzen – ohne Risiko
KI ist 2026 für viele Kandidaten ein Vorbereitungstool (z. B. Antworten üben, Formulierungen glätten). Gleichzeitig reagieren Unternehmen sensibel auf „KI-Spuren“ oder unpassende Standardtexte.
Sicherer Umgang:
Nutzen Sie KI für Struktur, nicht für „fertige Persönlichkeit“.
Formulieren Sie am Ende alles in Ihrer eigenen Sprache.
Wenn im Prozess Regeln zur KI-Nutzung genannt werden: halten Sie sie ein.
Mini-Checkliste für Ihre Interview-Vorbereitung
Damit Sie nicht „irgendwie vorbereitet“, sondern wirklich sicher sind, lohnt sich ein kurzer Check vor dem Termin:
Ihre Selbstvorstellung ist klar, kurz und natürlich
Sie haben 2–3 STAR-Beispiele vorbereitet (Erfolg, Herausforderung, Lernen)
Sie können Ihr Vorgehen bei Aufgaben/Cases erklären
Technik ist getestet (Ton, Kamera, Internet)
Ihre Gehaltsvorstellung ist nachvollziehbar begründet
Fazit: Mit Struktur, Praxisnähe und Ruhe ins Bewerbungsgespräch 2026
Bewerbungsgespräche sind 2026 oft strukturierter, digitaler und stärker auf konkrete Fähigkeiten ausgerichtet. Wer klar kommuniziert, Beispiele überzeugend belegt und sich auch auf kurze Aufgaben oder Videoformate vorbereitet, erhöht die Chancen deutlich. Nutzen Sie Ihre Vorbereitung deshalb nicht nur für „richtige Antworten“, sondern vor allem für einen roten Faden, greifbare Beispiele und einen souveränen Auftritt.
Wenn Sie den nächsten Karriereschritt planen, lohnt sich ein Blick in die Jobsuche. Und damit Ihre Stärken schon auf den ersten Blick sichtbar sind, unterstützt Sie der Lebenslauf-Designer bei einem professionellen Lebenslauf.
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Team Trenkwalder
vor 15 Tagen
•4 min lesen
Strategische Arbeitskräfteplanung in unsicheren Zeiten:
Wie Unternehmen Personalbedarfe flexibel und zukunftssicher steuern
Die Rahmenbedingungen für Unternehmen verändern sich rasant. Konjunkturelle Schwankungen, volatile Auftragseingänge, demografischer Wandel und zunehmender Fachkräftemangel stellen die klassische Personalbedarfsplanung vor neue Herausforderungen.
Was früher mit Jahresplänen und stabilen Prognosen funktionierte, stößt heute schnell an Grenzen. Für Entscheider gewinnt daher eine zentrale Frage an Bedeutung: Wie gelingt strategische Arbeitskräfteplanung, wenn Planungssicherheit zur Ausnahme wird?
Warum klassische Personalbedarfsplanung an ihre Grenzen stößt
In vielen Unternehmen basieren Personalplanungsmodelle noch immer auf linearen Annahmen: stabile Nachfrage, planbare Projekte, konstante Fluktuation. Die Realität sieht zunehmend anders aus:
Kurzfristige Auftragsänderungen beeinflussen den Personalbedarf unmittelbar.
Lieferketten, Energiepreise und geopolitische Entwicklungen erhöhen die Volatilität.
Vakanzzeiten für qualifizierte Fachkräfte verlängern sich spürbar.
Die Folge: Entweder entstehen Überkapazitäten mit hohen Fixkosten oder personelle Engpässe, die Produktivität und Lieferfähigkeit gefährden.
Eine rein statische Arbeitskräfteplanung wird diesen Rahmenbedingungen nicht mehr gerecht.
Dynamische Personalbedarfsplanung als strategisches Steuerungsinstrument
Moderne strategische Personalplanung setzt zunehmend auf flexible und adaptive Modelle. Ziel ist es, Personalressourcen kontinuierlich an die tatsächliche Geschäftsentwicklung anzupassen.
1. Szenariobasierte Arbeitskräfteplanung
Statt mit einer einzigen Prognose zu arbeiten, entwickeln viele Unternehmen mehrere Planungsszenarien. Diese berücksichtigen unterschiedliche Marktverläufe und ermöglichen:
frühzeitige Kapazitätsanpassungen,
schnellere Reaktionszeiten bei Auftragsschwankungen,
geringere Kostenrisiken.
Szenarioplanung erhöht damit die Robustheit der gesamten Personalstrategie.
2. Trennung von Kernbelegschaft und flexiblen Kapazitäten
Ein bewährter Ansatz der strategischen Arbeitskräfteplanung ist die klare Differenzierung zwischen:
stabiler Kernbelegschaft für Schlüsselprozesse und Know-how,
flexiblen Personalkapazitäten zur Abdeckung saisonaler oder projektbezogener Bedarfe.
Dieses Modell reduziert Fixkosten, erhöht die Anpassungsfähigkeit und schafft Planungsspielräume – ohne die Stabilität der Organisation zu gefährden.
3. Verzahnung von HR, Controlling und operativen Bereichen
Erfolgreiche Personalbedarfsplanung ist heute eine interdisziplinäre Aufgabe. HR, Controlling, Produktionsplanung und Fachbereiche müssen eng zusammenarbeiten, um:
Bedarfe frühzeitig zu erkennen,
Qualifikationsprofile realistisch zu bewerten,
Personalentscheidungen strategisch abzusichern.
Arbeitskräfteplanung wird damit zu einem zentralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung.
Fachkräftemangel als zusätzlicher Planungsfaktor
Neben der Volatilität verschärft der anhaltende Fachkräftemangel die Situation. Immer häufiger entscheiden nicht Budget oder Bedarf über Einstellungen – sondern die tatsächliche Verfügbarkeit geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten.
Eine zukunftsfähige Personalbedarfsplanung berücksichtigt daher nicht nur quantitative Aspekte, sondern auch:
kritische Kompetenzprofile,
Altersstrukturen und Nachfolgeplanung,
regionale Arbeitsmarktsituationen.
Damit rückt die langfristige Sicherung von Qualifikationen stärker in den Fokus strategischer HR-Arbeit.
Flexible Personalmodelle als Wettbewerbsfaktor im B2B-Umfeld
Unternehmen, die ihre Arbeitskräfteplanung strategisch ausrichten, verschaffen sich messbare Vorteile:
höhere Lieferfähigkeit bei Auftragsspitzen,
geringere Fixkostenrisiken,
bessere Planbarkeit von Projekten,
schnellere Besetzung kritischer Funktionen.
Zu den zentralen Instrumenten gehören:
temporäre Beschäftigungsmodelle,
projektbezogener Personaleinsatz,
Talentpools und Vorqualifizierungsmodelle,
Kooperationen mit spezialisierten Personaldienstleistern.
Gerade im B2B-Umfeld entwickelt sich flexible Personalsteuerung zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
Externe Personaldienstleister als strategische Partner der Arbeitskräfteplanung
Angesichts der steigenden Komplexität gewinnt die Zusammenarbeit mit erfahrenen Personaldienstleistern an Bedeutung. Sie unterstützen Unternehmen unter anderem durch:
Markttransparenz zu Verfügbarkeiten und Lohnentwicklungen,
schnelle Skalierung bei Auftragsschwankungen,
Zugang zu spezialisierten Talentnetzwerken,
Erfahrung in flexiblen Einsatz- und Vertragsmodellen.
Damit leisten externe Partner einen wichtigen Beitrag zur Risikominimierung und Stabilisierung der Personalplanung.
Fazit: Strategische Arbeitskräfteplanung sichert langfristige Wettbewerbsfähigkeit
Arbeitskräfteplanung ist heute weit mehr als eine operative HR-Aufgabe. Sie ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Produktivität, Lieferfähigkeit und nachhaltiges Wachstum.
Unternehmen, die Personalbedarfsplanung flexibel, datenbasiert und strategisch gestalten, schaffen die Voraussetzungen, um auch in unsicheren Zeiten handlungsfähig zu bleiben.
Gerade in einem zunehmend angespannten Arbeitsmarkt wird professionelle Arbeitskräfteplanung damit zu einem entscheidenden Baustein moderner Unternehmensführung.
Möchten Sie Ihre Arbeitskräfteplanung zukunftssicher aufstellen? Unsere Expertinnen und Experten unterstützen Sie gerne bei der strategischen Ausrichtung Ihrer Personalbedarfsplanung. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch.
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