

Team Trenkwalder
vor etwa 9 Stunden
•4 min lesen
Nearshoring & International Recruiting:
Warum Europa für Unternehmen wieder attraktiver wird
Globale Lieferketten, geopolitische Unsicherheiten und der anhaltende Fachkräftemangel verändern die Personalstrategien vieler Unternehmen. Während in den vergangenen Jahren Offshoring in entfernte Märkte dominierte, gewinnt ein anderer Ansatz zunehmend an Bedeutung: Nearshoring innerhalb Europas.
Unternehmen richten ihren Blick verstärkt auf Osteuropa und Südosteuropa – Regionen, die qualifizierte Fachkräfte, geografische Nähe und stabile Rahmenbedingungen miteinander verbinden. Gleichzeitig eröffnet internationales Recruiting neue Möglichkeiten, offene Positionen schneller und nachhaltiger zu besetzen.
Doch warum wird Europa als Talentmarkt wieder attraktiver – und worauf sollten Unternehmen beim internationalen Einsatz von Fachkräften achten?
Warum Nearshoring aktuell an Bedeutung gewinnt
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich spürbar verändert. Lange Lieferwege, unterschiedliche Zeitzonen und komplexe Abstimmungsprozesse führen dazu, dass Unternehmen ihre internationalen Strukturen neu bewerten. Nearshoring bietet hier mehrere Vorteile:
Geografische Nähe: Kürzere Reisezeiten und ähnliche Zeitzonen erleichtern Zusammenarbeit und Projektsteuerung.
Kulturelle Anschlussfähigkeit: Arbeitsweisen und Geschäftsverständnis sind häufig vergleichbarer als in weiter entfernten Regionen.
Hohe Qualifikation: Viele Länder in Osteuropa und Südosteuropa verfügen über hervorragend ausgebildete Fachkräfte – insbesondere in technischen, industriellen und IT-nahen Bereichen.
Stabilere Planbarkeit: Europäische Rechts- und Arbeitsstandards schaffen zusätzliche Sicherheit für Unternehmen.
Für viele Organisationen wird Nearshoring damit zu einer strategischen Alternative zwischen lokalem Recruiting und globalem Offshoring.
Internationale Fachkräfte als Antwort auf den Fachkräftemangel
In zahlreichen Branchen lassen sich offene Positionen lokal kaum noch besetzen. Internationale Recruiting-Strategien erweitern den Talentpool erheblich und ermöglichen Zugang zu Kompetenzen, die im eigenen Markt nur eingeschränkt verfügbar sind.
Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um Kostenvorteile. Entscheidend sind heute:
Geschwindigkeit bei der Besetzung kritischer Positionen
Zugang zu spezialisierten Qualifikationen
langfristige Stabilität von Teams
Flexibilität bei Wachstum oder Projektspitzen
Eine strukturierte internationale Personalvermittlung hilft Unternehmen dabei, geeignete Kandidaten im europäischen Raum zu identifizieren und erfolgreich zu integrieren.
Mobility und rechtliche Rahmenbedingungen richtig gestalten
Der internationale Einsatz von Mitarbeitenden bringt neben Chancen auch organisatorische Anforderungen mit sich. Arbeitsrechtliche Vorgaben, Steuerfragen und Sozialversicherungssysteme unterscheiden sich innerhalb Europas teilweise deutlich.
Unternehmen müssen unter anderem klären:
Wo der rechtliche Arbeitgeber angesiedelt ist
Welche lokalen Arbeitsgesetze gelten
Wie Payroll und Abgaben organisiert werden
Welche Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen notwendig sind
Modelle wie Employer of Record (EOR) ermöglichen es, internationale Fachkräfte einzusetzen, ohne im jeweiligen Land eine eigene Gesellschaft gründen zu müssen. Administrative und rechtliche Aufgaben werden dabei strukturiert übernommen, während das Unternehmen weiterhin die fachliche Führung behält.
Relocation und Integration als Erfolgsfaktor
Internationale Rekrutierung endet nicht mit der Vertragsunterzeichnung. Entscheidend für langfristigen Erfolg ist, wie gut Fachkräfte im neuen Umfeld ankommen. Unterstützung bei Behördengängen, Wohnungssuche oder organisatorischen Fragen erleichtert den Einstieg erheblich und reduziert Fluktuationsrisiken.
Professionell begleitete Relocation- und Migration-Prozesse sorgen dafür, dass internationale Mitarbeitende schneller produktiv werden und sich langfristig an das Unternehmen binden.
Wie Nearshoring in der Praxis gelingt: Operating Model, Governance und Zusammenarbeit
Nearshoring ist nicht nur eine Standortentscheidung – es ist vor allem eine Frage der Umsetzung. Entscheidend ist, wie Rollen, Verantwortlichkeiten und Zusammenarbeit organisiert werden, damit internationale Teams nicht parallel arbeiten, sondern wirklich integriert sind. In der Praxis haben sich vor allem drei Ansätze bewährt:
Erweiterung bestehender Teams („Distributed Teams“): Fachkräfte im Ausland werden als Teil des Kernteams aufgebaut – mit klaren Schnittstellen, gemeinsamen Tools und abgestimmten Arbeitsroutinen.
Nearshore-Hub als Kompetenzzentrum („Center of Excellence“): Bestimmte Aufgaben oder Kompetenzen werden gebündelt, z. B. für IT, Engineering oder Shared Services – inklusive definierter Service-Level und Übergabeprozesse.
Projektbasierte Kapazitätsmodelle: Nearshore-Teams unterstützen zeitlich begrenzt bei Rollouts, Peaks oder Transformationsprojekten – mit klarer Projektsteuerung und dokumentierten Übergaben.
Damit diese Modelle funktionieren, braucht es weniger „große Konzepte“ als verlässliche Standards im Alltag: klare Kommunikationsroutinen, saubere Übergabeprozesse, definierte Ansprechpartner, einheitliche Dokumentation und ein Onboarding, das internationale Mitarbeitende schnell arbeitsfähig macht. Unternehmen, die Nearshoring so strukturiert aufsetzen, vermeiden typische Reibungsverluste – und erzielen schneller die gewünschte Wirkung.
Fazit: Nearshoring als strategischer Bestandteil moderner Personalplanung
Internationales Recruiting innerhalb Europas ist längst mehr als eine kurzfristige Lösung für Personalengpässe. Richtig umgesetzt wird Nearshoring zu einem strategischen Instrument, um Fachkräfte nachhaltig zu gewinnen, Teams flexibel aufzustellen und Wachstum abzusichern.
Unternehmen, die internationale Mobilität, rechtliche Rahmenbedingungen und Integration frühzeitig mitdenken, schaffen die Grundlage für stabile und leistungsfähige Teams – heute und in Zukunft.
Sie möchten erfahren, wie internationale Recruiting-Strategien und Nearshoring in Ihrer Personalplanung sinnvoll eingesetzt werden können? Dann lassen Sie sich unverbindlich beraten und entdecken Sie passende Lösungen für Ihren internationalen Personalbedarf.
Gespannt auf mehr? Folgen Sie uns auf LinkedIn, Facebook und Instagram, um keine spannenden Themen rund um Karriere und Personalwesen zu verpassen!
Teilen Sie es mit anderen!
Interessiert an ähnlichen Beiträgen?
Anmelden und mehr Beiträge zum Thema “Human Resources, Recruiting/Flex Employment” erhalten
Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen von Google.


Personalentscheidungen unter neuen Rahmenbedingungen:
Personalentscheidungen sind komplexer geworden. Dieser Fachartikel zeigt Schritt für Schritt, wie Unternehmen Personalbedarf, Qualifikation, Zeit und Flexibilität realistisch bewerten und bessere Entscheidungen treffen.


Der algorithmische Bewerbungsprozess:
Der algorithmische Rekrutierungsprozess gewinnt in der modernen Personalbeschaffung zunehmend an Bedeutung. Dieser Artikel erklärt, wie KI-gestützte Bewerbermanagementsysteme Lebensläufe analysieren, welche Kriterien dabei eine Rolle spielen und wie Bewerbende ihre Bewerbungsunterlagen optimieren können.

